Tourberichte

Tourenbericht Juni 2020

Und wieder ein fröhliches Hallo ihr Lieben,

wir haben wieder einen langen Monat voller Freude und auch Leid erlebt. Das Wetter war ja eher durchwachsen, von Hitze über Gewitter und stark Regen, bis hin zum wunderschönen Aprilwetter. Unsere Schützlinge trotzen jedem Wind und Wetter und das tun wir auch.

Wir haben seit Anfang Juni den Sommerfahrplan eingeläutet, was bedeutet, dass wir aktuell nur 2x in der Woche mit unseren Herzenswärme-Bus unterwegs sind. Die Corona Regeln wurden gelockert, sodass unsere Schützlinge wieder im Café Wut oder auch in der zentralen Beratungsstelle in der Wahmstraße essen und trinken bekommen oder auch eine warme Dusche.

Leider mussten wir auch wieder feststellen, dass es da draußen immer mehr Menschen gibt, die obdachlos oder bedürftig sind. Wir haben im ganzen Monat Juni über 226 Versorgungen gehabt und das, obwohl wir nur 2 Tage unterwegs sind. In den letzten Wochen sind auch einige Menschen in Lübeck von außerhalb gestrandet, die kein zu Hause mehr haben. Diese haben sich telefonisch an uns gewandt und nach Hilfe gefragt. Selbstverständlich helfen wir wo wir können und versuchen diese Menschen in eine Unterkunft zu vermitteln. Allerdings ist dies zurzeit auch nicht so einfach, da die Unterkünfte stark frequentiert sind und fast komplett belegt. Wir brauchen Platz.

Eine positive Nachricht ist aber, dass sich 2 junge Schützlinge an uns gewandt haben, da sie mit ihrer Drogensucht nicht mehr klar kommen und in ein Substitutionsprogramm aufgenommen werden wollten. Sie haben es alleine nicht geschafft, sodass wir sie begleitet und aufnehmen lassen konnten. Aktuell funktioniert dies sehr gut, sie halten sich an die Regeln und haben fast keinen Beikonsum mehr. Darauf sind wir mächtig stolz und hoffen, dass sie durchhalten. Wir werden die beiden natürlich weiter begleiten und als Ansprechpartner und Mittelsmänner zur Verfügung stehen.

Eine Bitte haben wir noch. Die Temperaturen steigen und es wird wärmer draußen.
Doch nicht nur Höchstwerte von über 30 Grad werden uns ins Schwitzen bringen, sondern auch die tropischen Nächte, Tiefstwerte von über 20 Grad, werden uns kaum schlafen lassen. Und dann auch noch die Schwüle.
Anhaltend hohe Temperaturen stellen den Körper vor einige Herausforderungen: Starkes Schwitzen, Mattigkeit oder Kreislaufbeschwerden können auftreten. Bei zu viel Sonne, zu wenig Wasserzufuhr oder körperlicher Anstrengung ist der Körper massiv überlastet. Die möglichen Folgen: Dehydration oder Sonnenstich.
Beides sind ernsthafte Krankheitsbilder, die zu schweren Komplikationen führen können. Bei einer Dehydration ( Dehydratation, Dehydrierung ) trocknet der Körper aus. Das geschieht, wenn man zu wenig Flüssigkeit aufnimmt oder zu viel davon verliert, zum Beispiel bei Durchfall oder starkem Schwitzen. Infolge einer Dehydration ist meist auch der Salzhaushalt ( Elektrolythaushalt ) gestört, was schwerwiegende Folgen nach sich ziehen kann.

Erste-Hilfe-Maßnahmen für den Fall der Fälle:

• Die Person in den Schatten oder an einen kühlen Ort bringen.
• Oberkörper erhöht lagern, enge Kleidung lockern.
• Mit feuchten Umschlägen (z.B. auf Kopf) kühlen.
• Mineralwasser zu trinken geben.
• Bei Kreislauf- oder Bewusstseinsstörungen den Rettungsdienst 112 rufen!
Achtet auf Eure wohnungslosen Mitmenschen und verteilt Wasser!

Wir halten euch auf dem laufenden. In dringend Fällen könnt ihr euch gern bei uns melden. Unser Anrufbeantworter steht rund um die Uhr zur Verfügung. 0451 48987058. Wir rufen schnellstmöglich zurück.

Liebe Grüße, bleibt gesund
Euer Team der Obdachlosenhilfe Lübeck e. V.

Tourbericht Mai 2020

Hallo Ihr Lieben, Corona ist zwar nicht vorbei, aber es tritt wieder ein wenig Normalität ein und unsere Arbeit auf der Straße geht wieder fast seinen gewohnten Gang.

Der Mai hat uns noch einmal richtig heraus gefordert und wir hatten wieder weit über 600 Versorgungen.

Wir bedanken uns bei allen Spendern und Kooperationspartnern, die uns in der akuten Zeit unterstützt haben. Besonders zu erwähnen sind die Linke, Marienkirche. Darüber hinaus bedanken wir uns bei dem Edeka Markt im LUV Center, dem Edeka Markt in Bad Schwartau und Landwege in der Kanalstraße. Ebenso beim Café del Sol Lübeck, Hansemuseum Lübeck, Landgasthof Trittau, Café Landzauber, Culinarium, Pizzeria da Angelo, die Damen vom Lyons Club Lübeck und Lübecker Yachtclub. Ohne eure großzügigen Lebensmittelspenden hätten wir die letzten 2 Monate nicht so überbrücken können. Zusätzlich bedanken wir uns bei allen Spendern, die uns mit diversen Spenden unterstützt haben. Ihr seid einfach großartig.

Jetzt wo die Regelungen zu Corona wieder gelockert werden, gehen wir wieder dazu über, Samstags selber für unsere Schützlinge zu kochen.

Ein ganz besonderer Dank gilt den Damen des Lyons Club Lübeck und dem Lübecker Yachtclub, der uns jeden Dienstag noch durch den ganzen Juli mit warmen Essen für unsere Schützlinge erfreut.

Allerdings gibt es auch negative Dinge, die Corona mit sich bringt. Leider ist die Zahl der obdachlosen Menschen wieder gestiegen. Waren es im letzten Jahr und Winter noch 20 bis 25 Menschen am Abend, zeichnet sich nun eine Zahl von 28 bis 30 Menschen am Abend ab. Dies ist sehr erschreckend und es wird wahrscheinlich noch mehr. Dennoch geben wir nicht auf und werden weiterhin alles tun, um unseren Schützlingen das Leben ein wenig einfacher zu machen. Sie freuen sich auf uns und geben uns so viel Dank was uns stärker macht.

Bitte schaut nicht weg und scheut euch nicht, ins Gespräch mit euren Mitmenschen zu gehen. Ein offenes Ohr und ein nettes Gespräch kann so viel bewegen. Hoffentlich normalisiert sich unser tägliches Leben wieder schnell.

Bis dahin bleibt gesund und haltet die Augen offen.

Liebe Grüße euer Team der Obdachlosenhilfe Lübeck e.v.

Tourbericht April 2020

Liebe Herzensmenschen,

auch in diesem Monat sind wir wieder zusammen mit unserer Kooperation unterwegs auf Lübecks Straßen gewesen. Die Tafel ist immernoch geschlossen, das Cafe Wut nimmt auch jetzt erst wieder eingeschränkt seinen Betrieb auf, die zentrale Beratungsstelle ist weiterhin nur eingeschränkt erreichbar, die Geschäfte haben nur unter bestimmten Hygieneregeln und Größenbeschränkungen geöffnet und da draußen gibt es noch immer soooo viele Menschen, die unsere Hilfe benötigen.

In den letzten Wochen wurde durch unsere Organisation ein umfassendes Hilfsangebot geleistet, dass Obdachlosen, Wohnungslosen und Hilfsbedürftigen Menschen in Lübeck zu Gute kam.

Zitat aus unserer Pressemitteilung: „Jede Woche werden ca. 200 warme Mahlzeiten von der LINKEN und den Zulieferinnen der Mariengemeinde gekocht und verteilt, es werden zweimal die Woche 100 reichhaltig Care-Pakete mit Sandwiches geschmiert und von dem Herzenswärme-Bus der Obdachlosenhilfe Lübeck e.V. an die Obdachlosen auf der Straße verteilt. Es werden wöchentlich an die 80 Carepakete für bedürftige Menschen gepackt und zu ihnen nach Hause gebracht. Außerdem werden die restlichen Lebensmittel, die nicht zum Kochen verbraucht werden, an das AWO Frauenhaus und an weitere Bedürftige verteilt. Die Bedürftigkeit geht mittlerweile weit über die Grenzen zählbarer Wohnungs- oder Obdachlosigkeit hinaus.

Die Lebensmittel werden zum großen Teil von Bürger:innen gespendet, aber auch aus diversen Supermärkten als Spende abgeholt.

An dieser Stelle, sei allen Unterstützer:innen von Herzen gedankt.

Wir sehen eine wachsende Not, vermehrte Armut und eine steigende Wohnungslosigkeit, sichtbarere Obdachlosigkeit und insgesamt verstärkte soziale Not, die durch die Corona Krise weiter verschärft wird. Wir leisten in der Linderung dieser Probleme gerne unseren Beitrag, sehen aber langfristig die Stadt in der Pflicht, sich dieser Menschen anzunehmen und zu helfen.“ Zitat Ende.

Die Stimmung unter unseren Schützlingen kippt, die Anspannung und Not ist sehr stark zu merken. Bisher lief es eigentlich immer recht ruhig auf unseren Touren. In den letzten Tagen und Wochen steigen die Anspannung und die Emotionen auf der Straße und bei unseren bedürftigen Mitmenschen und sind nicht mehr zurück zu halten. Alle freuen sich, wenn sie uns sehen und nehmen unsere Hilfe gerne an, aber allein mit einer warmen Mahlzeit oder einem Care-Paket ist es nicht getan. Die Abstandsregeln machen uns allen zu schaffen und das merken auch unsere Schützlinge. Keine Umarmung mehr, Gespräche nur noch auf Abstand und so kurz wie möglich, öffentliche Einrichtungen haben gar nicht geöffnet und ein Aufwärmen zwischendurch bei den kalten Temperaturen nachts wie auch tagsüber, nicht möglich aktuell. Notunterkünfte überfüllt, Menschen mit Grippesymptomen werden gar nicht erst angenommen.

Einige unserer Schützlinge haben ein Hotelzimmer von der Stadt erhalten, worüber wir und auch die Begünstigten sehr glücklich sind. Wonach sortiert wurde, ist uns allerdings bis heute ein Rätsel.

Leider haben wir auch noch eine traurige Mitteilung zu machen. Einer unserer Schützlinge ist leider vor zwei Wochen im Krankenhaus verstorben. Seine Lebensgefährtin ist dementsprechend emotional und psychisch am Ende. Wir hoffen, dass er nun seinen Frieden gefunden hat und von seinen Leiden endlich erlöst ist. Seiner Lebens und Weggefährtin wünschen wir viel Kraft und drücken unser herzlichstes Beileid aus.

Zusätzlich mussten wir auch für einen weiteren Schützling mehrmals den RTW rufen. Wir hoffen, dass er wieder auf die Beine kommt. Es gab diesen Monat ehrlich gesagt sehr wenige schöne Momente auf unseren Touren, eher waren es immer wieder Auseinandersetzungen, Hilferufe und emotionale Zerbrechlichkeit.

Wir alle leiden aktuell sehr unter den Beschränkungen in unserer Freiheit und wünschen uns sehr, dass hoffentlich bald wieder ein bisschen Normalität einkehrt, sofern dies noch zukünftig möglich ist.

An dieser Stelle möchten wir noch einmal ein ganz großes Dankeschön an alle Spender, Bürger Gönner, Supermärkte und Restaurants aussprechen, die uns in den letzten Wochen mit so viel guten und tollen Spenden und Nahrungsmitteln unterstützt haben. Bitte macht weiter so, wir machen es auch und geben nicht auf. Nur zusammen können wir die Welt ein wenig besser machen, auch wenn wir sie nicht retten können.

Unseren Schützlingen und Mitmenschen da draußen wünschen wir, dass sie gesund bleiben/werden und durchhalten.

Wir machen weiter, egal was kommt.

Liebe Grüße

Euer Team der Obdachlosenhilfe Lübeck e.V.

Tourbericht März 2020

Hallo liebe Herzensmenschen,

dieser Monat stand ganz im Zeichen der Corona-Pandemi. Wir, wie auch ihr alle, wurden in unseren Freiheiten eingeschränkt, es gab landesweite Kontaktverbote, Abstandsregeln etc. Dennoch haben wir alles menschenmögliche getan, um unsere Arbeit auf der Straße für unsere Schützlinge aufrecht zu erhalten.

Wir haben lange überlegt, wie wir unsere Touren und Versorgungen weiterhin gewährleisten können. Die Medien haben uns alle verunsichert und Vorschriften gemacht, die alle Menschen einzuhalten haben. Doch nur die wenigsten haben an die ärmsten der Armen – nämlich an unsere obdachlosen Mitmenschen – gedacht. Es sind allen für sie zugänglichen Möglichkeiten geschlossen worden. Sie hatten keine Möglichkeit mehr, sich tagsüber aufzuwärmen bzw. zu duschen, Wäsche zu waschen geschweige denn irgendwo ein warmes Essen zu bekommen oder einfach nur ihre menschliche Notdurft zu verrichten.

Sie haben es doppelt schwer, denn sie haben nicht die Möglichkeit soziale Kontakte einzuschränken, zu Hause zu bleiben oder sich einfach ein warmes Mahl zu kochen oder sich zu isolieren. Die täglichen Einnahmen sind eingebrochen, da die Städte wie leer gefegt sind und die Menschen in unserer Gesellschaft noch einen größeren Bogen um sie machen, als eh schon vorher. Irgendwie verständlicherweise aus Eigenschutz und Infektionsgefahr.

Aus diesem Grund haben wir eine Kooperation ins Leben gerufen. Wir haben es zusammen mit der Partei „Die Linke“ und der St. Marienkirche zu Lübeck geschafft, 7 Tage in der Woche unsere Schützlinge zu versorgen. Es gab 3 mal pro Woche warmes Essen von der Marienkirche, 2x von der Partei „die Linke“ und wir selbst sind 2 mal die Woche mit unserem Herzenswärme-Bus unterwegs gewesen und haben Care-Pakete verteilt, mit Nahrungsmitteln, die haltbar und verpackt waren, damit der Hunger zwischendurch gestillt werden konnte.

Darüber hinaus gibt es nun 2 Dixi-Toiletten, NUR für unsere Schützlinge, die sie Tag und Nacht aufsuchen können, um ihre Notdurft zu verrichten. Diese sind mit einem Schloss geschützt und werden professionell gereinigt, um die Hygiene zu gewährleisten. Danke hierfür an alle Initiatoren.

Leider gibt es wie immer auch negative Seiten an der ganzen Geschichte. Die Zahlen der täglichen Versorgungen ist enorm gestiegen ! Wir haben in diesem Monat über 600 Versorgungen getätigt. Der meiste Anteil davon ist der Corona-Krise geschuldet. Unter diesen 600 versorgten Menschen sind nicht nur obdachlose Menschen, sondern auch Menschen, die einfach bedürftig sind und aktuell keine Versorgung durch z.B. die Tafel erhalten haben, da auch diese geschlossen ist.

Wir danken unseren Lübecker Bürgern, allen Restaurants, Cafe´s, Supermärkten, Hotels, Foodsharing, Catering-Unternehmen u.v.a. die uns in dieser schweren Zeit mit Lebensmitteln und vielen Spenden unterstützen. Nur so kann es funktionieren. Wir hoffen, dass die Zeit bald überstanden ist und wieder alles seinen normalen Gang nehmen kann.

Bis dahin bleibt bitte alle gesund.

Liebe Grüße

Euer Team der Obdachlosenhilfe Lübeck e.V.

Tourbericht Februar 2020

Hallo liebe Herzensmenschen, hier ist unser Tourenbericht von Februar 2020.

Dieser Monat stand ganz im Zeichen des schlechten Wetters. Wir hatten Hagel, Sturm, Regen, Schneeregen… Dennoch oder vielleicht auch aus genau diesem Grund sind wir unsere Touren gefahren und haben unsere Schützlinge nicht im Stich gelassen. ❤️

Leider mussten wir auch in diesem Monat einen erneuten Anstieg der Zahlen der obdachlosen Menschen feststellen. Hier noch einmal der Vergleich zu den Vormonaten :

November 193
Dezember 253
Januar 312
Februar 336

Es ist zwar nur ein kleiner Anstieg, aber er ist nicht weg zu diskutieren. Die Gründe dafür sind vielfältig. Darüber kann man stundenlang streiten. Deswegen lass ich es hier einfach wirken.

Wir möchten uns an dieser Stelle noch einmal ganz herzlich für die vielen Hinweise und Informationen aus der Bevölkerung bedanken. Durch euch können wir nun auch einen neuen Schützling außerhalb von Lübeck mit versorgen. Durch eure Hilfe konnten wir auch endlich ein bisschen Vertrauen zu unserem eingeschneiten Herrn aufbauen, den wir im Januar leider nicht helfen konnten. Nun wird er regelmäßig von uns versorgt und er nimmt die Hilfe gern an 

Wir haben allerdings auch negative Dinge, die wir erlebt haben. Unsere Banken hier in Lübeck sind sehr beliebte Orte um sich aufzuwärmen oder in Ruhe etwas zu essen oder einfach nur vor Kälte und Nässe zu fliehen. Mittlerweile werden Sicherheitsmänner in einigen Banken abgestellt und müssen den Zugang für obdachlose Menschen verweigern (sie tun auch nur ihren Job, daher an die einzelnen Personen kein Vorwurf!!)  Diese Maßnahme ist für uns und für die meisten Menschen nicht nachvollziehbar, denn gerade in dieser Jahreszeit ist es soooo wichtig, ein warmes Plätzchen zu haben. Aber auch hierüber lässt sich streiten 

Wir haben aber auch positives zu berichten. Einer unserer Schützlinge hat es geschafft sich aufzuraffen, einen Job zu suchen, eine Wohnungsbesichtigung zu bekommen und demnächst in den Entzug zu gehen, damit er im Nachhinein endlich wieder ein hoffentlich einigermaßen geregeltes Leben führen kann. Er wird begleitet durch eine Sozialbetreuerin. Wir drücken ihm die Daumen ❤️

Wir freuen uns auch sehr über die gute Zusammenarbeit mit der Bundespolizei, der Heilsarmee und dem Bo-Haus auf Marli. Danke, dass wir mit euch arbeiten dürfen!!

Was unser Team angeht, begrüßen wir 3 neue aktive Mitglieder, die sich entschieden haben mit uns die Welt zu retten  Herzlich willkommen. Zusätzlich freuen wir uns über 2 Damen, die unsere Touren nun regelmäßig mit gutem Essen für die Straße unterstützen und eine sehr nette Dame, die alle 14 Tage leckeren Kuchen backt für unsere Schützlinge. ❤️

Da wir gerade beim Essen sind und wir ganz oft gefragt werden, was es denn auf der Straße gibt, hier eine kleine Übersicht was es im Februar so gab : Nudeln in Tomaten Hacksoße
Asiatischer Eintopf, Köttbulla, Putencurry mit Reis, Steckrübenmuus, Hühnerfrikasse, Würstchen Gulasch, Gyros Reispfanne, Pulled Turkey, Kohlsuppe, Maultasche in Tomatensoße und Gemüse, Senfeier mit Kartoffeln, Kartoffelsuppe, Käse – Hackfleisch Suppe, Königsberger Klopse.
Selbstverständlich alles frisch gekocht 
So genug. Bleibt wie ihr seid, geht immer mit offenen Augen durch die Straßen und scheut euch nicht zu helfen.

Liebe Grüße euer Team der Obdachlosenhilfe Lübeck. ❤️❤️

Tourbericht Januar 2020

Hallo zusammen,
hier unser Bericht von Januar 2020.


Wir geben nicht auf und fahren bei jedem Wind und Wetter raus auf die Straßen von Lübeck, um unsere Schützlinge zu besuchen und sie zu versorgen. Auch in diesem Monat sind wir wieder 5 Tage in der Woche gefahren. Es hat geregnet, gestürmt und auch geschneit. Aber das können wir uns eben nicht aussuchen, ebenso wenig wie unsere Schützlinge. 


Wir haben den einen oder anderen Hinweis aus der Bevölkerung erhalten, dass sich hier und da eine Person befindet, die Hilfe benötigt. Vielen Dank an alle aufmerksamen Bürgerinnen und Bürger, ihr seid uns eine große Hilfe und wir werden jedem Hinweis nachgehen.


In diesem Monat hat sich die Zahl unserer Schützlinge wieder einmal erhöht. Zur Erinnerung: November 193, Dezember 253 und jetzt im Januar waren es bereits 312 obdachlose Menschen, die wir versorgt haben. Und das nur auf der Straße. Im Männerwohnheim haben wir zusätzlich noch weitere 131 Menschen versorgt.


Wir sollten uns darüber Gedanken machen. Woher kommt dieser Anstieg? Es gibt viele Gründe! Es fehlt an Notunterkünften für Paare, für Obdachlose mit Tieren und wenn man sich den Altersdurchschnitt anschaut und sieht, dass es auch immer mehr Rentner und/oder alte Menschen auf der Straße gibt, benötigen wir unbedingt auch hierfür so etwas wie Altenheime für Obdachlose/Sozialhilfeempfänger und finanziell schwache Menschen. Es fehlt aber auch einfach an bezahlbaren Wohnraum. Hier muss unbedingt etwas getan werden.


Leider lassen sich aber auch nicht alle Menschen helfen, diesen Monat z.B. hat es einen Abend angefangen zu schneien, wir bekamen einen Anruf eines Bürgers, der eine Person gefunden hat, die außer einer Decke und die Kleidung am Leib nichts hatte. Als wir ankamen, war dieser Mensch bereits eingeschneit, er bekam Schlafsack, Isomatte, Decken, etwas warmes zu essen und Planen, um seine Sachen abzudecken. Er war sehr dankbar, allerdings ließ er sich nicht überreden, in eine Notunterkunft zu gehen für die Nacht oder irgendwo anders hin wo es wenigstens trocken war. Wir haben alles versucht, ohne Erfolg. Zum Glück hatten wir keine Minusgrade, aber wir sind mit einem sehr schlechten Gefühl nach Hause gefahren! Zum Glück hat er die Nacht überstanden und wird nun auch regelmäßig von uns mit versorgt. 


Das ist ein Erlebnis, was uns sehr traurig und hilfslos macht. Und genau da stoßen auch wir an unsere Grenzen. Wir können die Welt nicht retten, aber wenigstens ein bisschen besser machen. 


Wir berichten weiter, bitte bleibt aufmerksam und verschließt die Augen nicht, auch wenn es aktuell noch nicht eisig draußen ist, die kalten Temperaturen werden noch kommen und da sind wir alle gefragt. Geht nicht achtlos an den Menschen vorbei, schaut hin und geht auf diese Menschen zu. Sie sind wie du und ich, nur mit einer traurigen Geschichte und einem Leben am Limit (im negativen Sinn).

Jeder von uns benötigt Aufmerksamkeit, Liebe und ein paar nette Worte, ansonsten würden auch wir eingehen, wie eine Blume, die kein Wasser bekommt.


Mit lieben, warem Herzensgrüßen
Euer Herzenswärmebus und das gesamt Obdachlosenhilfe Lübeck Team

Tourbericht Dezember 2019

Hallo liebe Mitglieder, Spender, Sponsoren und Herzensmenschen, hier ist unser Monatsbericht von Dezember 2019.  

Im Dezember haben wir es geschafft an 5 Tagen in der Woche unsere Schützlinge zu versorgen. Es war ein schöner aber auch anstrengender und spannender Monat. So kurz vor Weihnachten, haben wir sehr viele Spenden erhalten, in Form von selbstgebackenen Keksen, Decken, Schlafsäcken etc. Außerdem hatten wir 2 Spendenboxen über die Zeit des Weihnachtsmarktes aufgestellt und haben insgesamt über 1334 Euro sammeln können. Hierfür noch einmal an alle Beteiligten ein riesen Dankeschön.  

Unsere Schützlinge haben sich sehr über die weihnachtlichen Gebäcke und Süßigkeiten gefreut.  

Über den Dezember hinweg konnten wir 253 Personen die ohne Obdach sind auf der Straße versorgen. Dies ist noch einmal eine Steigerung von 60 Personen im Gegensatz zum November 2019. Ebenso ist die Anzahl der Versorgungen im Männerwohnheim auf 209 gestiegen, wo es im November noch 114 waren !!! Wir finden diese Entwicklung wirklich erschreckend. Und der Winter kommt erst noch. Nicht auszumalen, was uns noch erwartet.  

Wir haben auch schönes zu berichten. Am 20. Dezember 2019 haben wir eine Tour mit dem Fersehteam von SAT 1 gestartet und haben die gespendeten Geschenke von einer Aktion des Freiherr von Stein Gymnasiums auf der Straße verteilt und es gab einen schönen Bericht am 23.12.2019 um 17.30 Uhr auf SAT 1 Regional (Beitrag). Die beiden Schüler, die die Aktion „Weihnachten im Schuhkarton für Obddachlose“ ins Leben gerufen hatten, haben uns auf der Tour begleitet und wurden Zeugen davon, dass die Spenden auch wirklich ankommen. Die andere Hälfte der Geschenke, haben wir an die Obdachlosenhilfe in Hamburg gespendet, die Alimaus. Auch die Kollegen und Schützlinge dort waren überwältigt und glücklich über diese weihnachtliche Überraschung. Wir sagen an dieser Stelle auch noch einmal Dankeschön.  

Wir haben unsere Tour auch an Heilig Abend und am 2. Weihnachtsfeiertag gefahren und waren doch sehr überrascht, dass am Heilig Abend 17 Menschen auf der Straße ganz allein und den Tränen nahe auf der Straße geschlafen haben. Aber eines haben sich einige nicht nehmen lassen und sind zur Mitternachtsmesse in die Kirche gegangen. Wir sehen es so, auch unsere Schützlinge haben ein Recht auf Weihnachten, ein offenes Ohr und auf Menschen, die sich ihre private Zeit nehmen.  

Ein netter Mensch hat uns mal gesagt, dass man alles mögliche spenden kann, Materialien kann man ersetzen, Nahrung kann man kaufen….. doch das wertvollste ist die private Zeit, denn diese bekommt man niemals zurück. Und damit hat er verdammt Recht.

Wir haben viele Tränen vor Freude, Schmerz und Traurigkeit gesehen und sehr viel Dankbarkeit erfahren. Dies gibt uns den Mut und die Kraft weiter zu machen.   Wir können die Welt nicht retten, aber wir können sie gemeinsam ein wenig angenehmer auch für die gestalten, die gar nichts mehr außer sich selbst haben.

In diesem Sinne wünschen wir euch ein frohes neues Jahr 2020 und dass die Welt ein Stückchen besser wird.

Euer Team der Obdachlosenhilfe Lübeck e.V.

Tourbericht von Oktober 2019 / November 2019

Im Oktober 2019 sind wir unsere Touren aufgrund der noch recht milden Temperaturen an nur 2 Tagen in der Woche gefahren.

Wir haben insgesamt 76 Schützlinge auf der Straße mit warmen Speisen, Isomatten, Schlafsäcken und Süßigkeiten sowie Getränken und Kleidung versorgt.

Wir haben uns viele verschiedene Geschichten und Schicksalsschläge angehört. Angefangen bei Verlust einer geliebten Person, dadurch Alkoholkonsum, Jobverlust und daher irgendwann der Weg auf die Straße. Hinzu kamen Geschichten, wie Beziehungskrisen, Sorgerechtsstreit, Drogensucht etc. Die Geschichten sind herzzerreißend und machen nachdenklich. Es kann jeden treffen, von heute auf morgen !!

Die Angst zum Amt zu gehen löst Schamgefühle aus, der Verlust des Personalausweises und wichtigen Unterlagen kommen hinzu, um in Deutschland auf der Straße zu landen. Da kommt der Spruch „In Deutschlad muss niemand auf der Straße leben“ nicht gerade gut an. Es fehlt an Wohnraum und auch am Realitätsverlust mancher Institutionen. Wir sehen und hören es jeden Tag, wie schnell es geht, durch das System zu fallen.

Waren es im Oktober noch 76 Personen, die ohne Obdach sind und die wir versorgt haben, hat sich die Zahl der versorgten Personen im November auf der Straße – und hier muss man sagen, dass wir unsere Touren in diesem Monat an 4 Tagen in der Woche gefahren sind – auf 193 erhöht. Diese Zahl ist alarmierend !! Hinzu kommen noch 114 Schützlinge die in einem Männerwohnheim vorrübergehend eine Übernachtungsmöglichkeit gefunden haben, aber dennoch ohne Obdach sind. Diese Zahlen sollte man sich einmal durch den Kopf gehen lassen.

Wir kommen zu dem genannten Spruch zurück, „Niemand muss…“, die Politik verschließt die Augen, viele Menschen denken sich einfach nur ihren Teil. Obdachlosigkeit hat nichts mit „Null Bock auf arbeiten“ zu tun. Meist sind es auch schwerwiegende Krankheiten oder Süchte, die dazu führen auf der Straße zu landen.

Wir geben nicht auf und kämpfen weiter. Wir helfen mit Herzblut und Liebe soweit wir können.

Leider haben wir den Kampf für eine unserer Schützlinge verloren. Wir mussten uns schweren Herzens von einer Dame verabschieden, die in einer kalten Winternacht im November in einem Vorraum einer Bank verstorben ist. Sie ist über die Regenbogenbrücke gegangen und wir hoffen, dass sie ihren Frieden gefunden hat.